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Bildung ist das Fundament unserer heutigen Gesellschaft

Jedes Kind, jeder junge Mensch hat das Grundrecht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und wirtschaftlicher Lage. In unserer heutigen, von hoher Diversität geprägten, modernen Gesellschaft gelingt schulische Bildung jedoch nur in in enger Partnerschaft mit Familien und Institutionen. Dadurch entsteht ein direkter Bezug zu Menschen und deren Biographien.

Die digitalen Herausforderungen im aktuellen Bildungssystem

Die Politik

Bereits in 2003 hatten sich alle Bundesländer auf einen Kerndatensatz für länderübergreifende, schulstatistische Erhebungen verständigt. Die Umsetzung
sollte im Jahr 2008 vollzogen sein. Mangelhaftes Kommunikationsmanagement führte jedoch von Beginn an
zu enormen öffentlichen Widerständen, wodurch es nie gelang, das zwingend erforderliche Vertrauensverhältnis zwischen den zahlreichen Stakeholdern erfolgreich aufzubauen. Insbesondere der fehlende Dialog mit Datenschützer:innen
führte letztlich zum Scheitern des Vorhabens.
Ende der 2010er-Jahre wurde das Thema “Bildungsregister” erneut auf die politische Tagesordnung gesetzt. Trotz verschiedener Ansätze ist es dennoch bis heute nicht gelungen, einheitliche Datenerhebung länderübergreifend zu implementieren. Immerhin hat die Wiederaufnahme der dahingehenden Bestrebungen Eingang in den jüngsten Koalitionsvertrag gefunden.

Der Stand

Wir haben in Deutschland ein komplexes Schulsystem:
Bund - Länder - Kommunen
Wenn jede Ebene ihre Leistungen selbst digitalisiert, entsteht
eine große Vielfalt an Portalen, die zu einer weiteren Zunahme
von Fragmentierungen führt. Isolierte Dateninseln erschweren Übergänge und Verwaltungsaufwände binden wertvolle Ressourcen.
Mangelnde Digitalisierung: Papiergebundene Prozesse
dominieren weiterhin die Schulverwaltungen.
Daten-Silos: Kein Austausch zwischen Einrichtungen und Bundesländern.
Medienbrüche: Informationen gehen beim Wechsel der Bildungseinrichtungen verloren.
Ineffizienz: Hoher bürokratischer Aufwand für Eltern,
Lernende und Einrichtungen.
Eine flächendeckende Harmonisierung ist daher zwingend erforderlich.

Die Aussicht

In einer sich ständig veränderten Welt ist es von entscheidender Bedeutung, dass Bildungssysteme sich anpassen und nachhaltig weiterentwickeln. Trotz der anhaltenden Diskussionen besteht daher grundsätzliche Einigung darüber, dass die digitale Abbildung von individuellen Bildungsverläufen unerlässlich ist. Sie liefert nicht nur einen einen wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung der seit Jahren sinkenden, schulischen Leistungen , sondern fördert auch die Interaktion mit Eltern, Schülern, Einrichtungen und der breiten Öffentlichkeit. Die langanhaltenden Diskussionen der Vergangenheit haben allerdings deutlich gemacht, dass eine Überfrachtung der Anforderungen an eine digitale Bildungsbiographie zu einer Verhärtung der Positionen und zu Verstopfungen in den Prozessen führen. Es bedarf vielmehr eines nieddrigschwelligen und praktikablen Einstiegsversuchs, der nach erfolgreicher Umsetzung die Grundlage für das angestrebte Endziel einer “digitale Begleitung vom Kindergarten bis zur Universität” bildet.